Yardstick D-ZERO

Yardstick D-Zero

Der Beitrag klärt die Bedeutung der Yardstick D-Zero für die Entwicklung der Klasse. Um bei einer Regatta mit verschiedenen Bootsklassen die Platzierung ermitteln zu können ist die sogenannte Yardstickzahl in Gebrauch. Diese Vergleichszahl wurde – so man den Abgaben im WWW glauben kann – 1951 von einem Engländer namens Zillwood Milledge entwickelt. Zu den nationalen Yardstickzahlen Näheres dazu beim DSV. Darüberhinaus gibt es aber noch jede Menge revierspezifische Yardstickzahlen wie z. B. für den Bodensee.

 

D-Zero Yardstick 109

Für das D-Zero lässt sich rechnerisch eine Yardstickzahl von 109 ermitteln. Diese muss sich künftig durch Erfahrungswerte bei möglichst vielen Regatten als stichhaltig erweisen. Rumpfspezifisch scheint es so zu sein, dass im Vergleich zum Finn das D-Zero unter etwa 2Bft. langsamer ist, bei mehr Wind aber gerinfügig schneller. Auch spielt hier die Welle möglicherweise eine Rolle. Hierzu sind sicher noch ausführliche Erfgahrungen und Diskussionen erforderlich.

Yardstick berechnen

Im folgenden Beitrag, der uns von den Autoren freundlicherweise zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt wurde (telf. am30.01.2017), werden die Berechnungsgrundlage und weitere Einflussfaktoren auf die Ermittlung der Yardstickzahl am Beispiel der RS-Aero diskutiert. Das kann dann auf D-Zero Yardstick übertragen werden.


„Yardstick“ von  Marcus Cremer und Tim Kahlen

„Der RS-Aero wurde 2014 auf dem englischen Markt eingeführt, 2015 auf dem Deutschen. Bis September 2015 meldet die Werft ca. 1000 Bestellungen weltweit. Etwa 80 Boote wurden nach Deutschland geliefert. Eine neue Klasse wird zunächst häufig auf Yardstickregatten gesegelt bis sie genügend große Felder für eigene Klassenevents erreicht.

Dazu ist die Kenntnis des Yardsticks, also einer Kennzahl für die Bootsgeschwindigkeit nach der die Rennzeiten auf Platzierungen umgerechnet werden können, notwendig.  Dieser Yardstick errechnet sich nicht nur aus technischen Spezifikationen einer Klasse, sondern auch aus Erfahrungswerten und Rennergebnissen. Da diese Erfahrungen erst langsam wachsen, ist der Yardstick einer jungen Klasse zunächst deutlichen Schwankungen unterworfen. Dem nicht genug, gibt es auch noch national unterschiedliche Berechnungssysteme.

Obwohl 2015 die ersten größeren Regatten gefahren wurden, liegen noch keine erfahrungsbasierten Yardstick-Werte, weder in Großbritannien noch bei uns vor. In Großbritannien wird der Aero 2015 probeweise nach konstruktionsberechneten Yardstick-Zahlen gewertet. Ab 2016 werden die ersten relevanten Erfahrungswerte zur Berechnung erwartet. Da wir aber trotzdem Yardstickangaben für Deutschland benötigen ist eine Umrechnung der bekannten konstruktionsbedingeten Zahlen vom Britischen System ins Deutsche erforderlich. Dem hat sich Tim Kahlen intensiv gewidmet:

Umrechnung Portsmouth Yardstick (PY) in DSV Yardstick

Der britische Portsmouth-Yardstick (PY) entspricht in der Berechnung unserem DSV-Yardstick, allerdings mit zwei kleinen Unterschieden: Erstens ist er um den Faktor 10 genauer, das heißt, unser DSV-Wert 100 entspräche bei identischem Normboot im PY dem Wert 1000:

Bei uns: gesegelte Zeit (in sec) mal 100 geteilt durch Yardstickzahl,

in GB: gesegelte Zeit (in sec) mal 1000 geteilt durch Yardstickzahl.

Zweitens ist beim PY das Normboot genau 40 bzw. vier Punkte schneller als im DSV-Yardstick.

Der 505er hat im PY den Wert 910 (91), im DSV den Wert 95.         =>   91 + 4 = 95

Der Laser hat im PY den Wert 1091 (109), im DSV-Yardstick 113.    => 109 + 4 = 113

Das Verschieben um vier Punkte lässt sich mit anderen in England und bei uns verbreiteten Booten wie dem 420er (PY 1105/DSV 115) oder Javelin (PY 926/DSV 97) ebenfalls belegen. Nicht verschwiegen seien kleinere Ausreißer wie der 29er (PY 922/DSV 95) oder größere wie beim 49er (PY 726/DSV 82) im Bereich von Skiffs oder selten gesegelten Booten. Im Kern darf wohl gelten, man rechne: PY-Wert geteilt durch 10 und dann plus vier. Danach runde man wenn nötig auf die volle Zahl ab oder auf.

Der Aero 9 startet laut Classrules mit 1030 , das wäre bei uns rechnerisch 107 als DSV-Yardstickwert.

Der Aero 7 startet im PY mit 1065, das wäre bei uns rechnerisch 110,5, gerundet also der DSV-Yardstickwert 111.

Wir schlagen daher folgende Werte vor:

Aero 5:                Yardstick 114     (1102/10 = 110+4 = 114)

Aero 7:                Yardstick 111     (1065/10 = 107+4 = 111)

Aero 9:                Yardstick 107    (1030/10 = 103+4 = 107)

Damit sind Aero 7 und Aero 5 deutlich schneller bewertet als die entsprechenden Laserklassen oder die Europe, der Aero 9 ist schneller bewertet als der Finn, was wohl  alles in allem auch den Realitäten entspricht.“

Copyright 2016, Marcus Cremer und Tim Kahlen